kostenlos: Klausurthemen der Vorlesung Tierphysiologie, Thema 1: Ernährung, Prof. Dr. Sinsch, Uni Koblenz-Landau

Fragen zur Vorlesung (Vorlesungsfolien) Tierphysiologie, Thema 1, Prof. Dr. Sinsch, Uni Koblenz-Landau

Thema 1 : Ernährung, Verdauung und Absorption

1) Wie erfolgt die Nahrungsaufnahme bei Heteroxenia fuscescens (Cnidaria)?

Durch die Körperoberfläche

2) Erläutern Sie die Begriffe Pinocytose und Phagocytose!

Pinocytose: Aufnahme von Flüssigkeiten in die Zelle

Phagocytose: Aufnahme von Festbestandteilen in die Zelle

3) Beschreiben Sie die Nahrungsaufnahme bei Paramecium caudatum!

Die Nahrungsaufnahme erfolgt über das Cytostom (Zellmund). Die Nahrungspartikel werden durch die in der Mundfurche liegenden Cilien in den Cytopharynx gestrudelt. Die Partikel gelangen in den von einer Membran umgebenden Ösophagus, der die Nahrungsvakuole abschnürt. Die Nahrungsvakuole zirkuliert durch die ganze Zelle. Nach Verdauung der Nahrungspartikel werden die Abfallprodukte mittels Exocytose über die Analpore ausgeschieden (Cytopyge).

4) Wie erfolgt die Nahrungsaufnahme beim Süßwasserschwamm (Porifera)?

Durch Filtration. Durch starken Ausstrom aus dem Osculum entsteht ein Unterdruck im Zentralraum, wodurch neues Wasser mit Nahrungspartikeln nachfließt. Der Wasserstrom erfolgt z.T. durch die Aktivität der begeißelten Choanocyten in den Kammern.

5) Wie sieht die Nahrungsaufnahme bei Insekten aus?

Möglichkeit des Stechens und Saugens; Typen von Mundwerkzeugen: beißend-kauend, leckend-saugend, saugend, stechend-saugend

6) Beschreiben Sie die Nahrungsaufnahme einer herbivoren Schnecke (Mollusca)!

Zerkleinern der Nahrung durch Zähne (Reibzunge). Im Mund der Schnecke befindet sich die Radula, die mit Radulazähnchen besetzt ist, um Pflanzen abzuraspeln. Die Radulazähnchen werden ständig nachgebildet.

7) Wie erfolgt die Nahrungsaufnahme eines Placentaliers?

Der Placentalier hat im Mund Zähne (Gebiss), die die Nahrung zerteilen und zermahlen können.

8) Nennen Sie Tiere, die Gifte zum Beutefang injizieren!

a) Skorpion: Gift wird mit dem Stachel injiziert

b) Cnidaria: Nesselzellen

c) Arachnida: Injektion des Giftes über die Klaue der Cheliceren. Kurz vor der Klauenspitze mündet der Ausführgang der Giftdrüse.

d) Serpentes: Giftzähne

9) Was sind die Vorteile der extrazelluären Verdauung?

a) keine kontinuierliche Nahrungsaufnahme

b) große Nahrungsstücke als Speicher

c) Verdauungsenzyme greifen keine Zellstrukturen an

10) In welche Bereiche ist der Verdauungstrakt beim Mensch gegliedert?

a) Aufnahmeregion: Mund

b) Transport und Speicherung: Ösophagus

c) Verdauungsregion: Magen, Darm

d) Wasserabsorption und Ausscheidung: Enddarm

11) Welche Mundteile gehören zur Aufnahmeregion Mund bei Vertebrata?

Gaumen, Pharynx, Schnabel, Zähne, Zunge und Speicheldrüsen.

12) Wie nimmt die Planarie ihre Nahrung auf?

Extraintestinale Verdauung über den Pharynx

13) Im Reaktionsraum des Säugermagens bestehen deutliche Unterschiede im pH-Wert (1,5 – 2,5). Was verursacht den sauren pH-Wert im Magen?

Im Wirbeltiermagen erfordert die Endopeptidase Pepsin für ihr Wirkungsoptimum einen stark sauren pH-Wert. Von den Hauptzellen der Fundusdrüsen wird eine inaktive Vorstufe (Pepsinogen) sezerniert, die extrazellulär durch Abspaltung eines niedermolekularen Peptids in das aktive Pepsin übergeht. Das Pepsin arbeitet als Enzym für den niedermolekularen Nahrungsaufschluss. Der saure pH-Wert kommt durch HCl-Exkretion der Belegzellen in den Fundusdrüsen zustande: CO2 + H2O H2CO3 ⇄ HCO3- + H+

14) Wo kommt der monogastrische bzw. der digastrische Magen vor?

Monogastrischer Magen bei Säugetieren

Digastrischer Magen bei Wiederkäuern (Paarhufer)

15) Nennen Sie die vier Abschnitte des Magens eines Wiederkäuers!

a) Pansen

b) Netzmagen

c) Blättermagen

d) Labmagen

16) Wie werden bei Wirbeltieren Glucose und Aminosäuren von den Dünndarmzellen aufgenommen?

Glucose und Aminosäuren werden von den Dünndarmzellen aktiv gegen einen Konzentrationsgradienten aufgenommen. Der Transport ist an die gleichzeitige Aufnahme von Na+ und damit an eine aktive Na+/K-Pumpe gebunden: Glucose-Na+-Symport. Er erfolgt in engster räumlicher Nachbarschaft mit dem letzten Verdauungsschritt durch Saccharidasen und Peptidasen. Die Enzyme sind in den Membranen der Darmzellenmikrovilli eingelagert.

17) Wie erfolgt die Aufnahme der Lipide im Dünndarm?

Sie gelangen durch passive, fettlösliche Diffusion durch die Mikrovillimembran in die Darmzelle.

18) Was bewirkt die Peristaltik (wandernde Kontraktionswelle) im Darmkanal?

a) Transport des Speisebreies durch den Darmkanal

b) Mechanische Verarbeitung (Kau- und Mahleffekt der Peristaltik) zur Untermischung der Verdauungssäfte und Überführung der Nahrung in eine lösliche Form

c) Durchmischung des Inhaltes, so dass der Speisebrei mit der Darmoberfläche in Berührung kommt

19) Was verstehen Sie unter Motilität des Darmkanals?

Die Motilität des Dünndarms besteht aus nicht-propulsiven Mischbewegungen und propulsiver, transportierender Peristaltik; autonome, elektrische Aktivität der Darmmuskulatur

Unter Motilität versteht man die Gesamtheit aller unwillkürlichen (reflektorisch, vegetativ gesteuert) Muskelbewegungen; Bewegungsfähigkeit

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Posted on June 14, 2011, in Tierphysiologie. Bookmark the permalink. Leave a comment.

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